Jedes dritte in Deutschland gekaufte Rad hatte im Vorjahr bereits einen Elektromotor. Für dieses Jahr geht man bereits von einem Anteil von 40 % aus. Das ist erstaunlich, schließlich kosten E-Bikes deutlich mehr als herkömmliche Fahrräder. Förderungen gibt es derzeit für den Kauf nicht. Das Herzstück der E-Bikes ist der Akku. Er garantiert, dass man auch lange Strecken bequem radeln kann und nicht aufgeben muss, wenn der Gegenwind oder die Steigung zu stark werden. Doch die Akkus sind gleichzeitig die Achillesferse der E-Bikes, wenn es um das Thema Umweltschutz geht. Sie sind Verschleißteile mit einer begrenzten Haltbarkeit. Was passiert mit dem Akku, wenn er endgültig kaputt ist und recycelt werden sollte?

500 Ladezyklen zu je 50 Kilometern Reichweite

Die Firma Bosch ist in Deutschland Marktführer bei den E-Bike Akkus. Sie garantiert den Kunden eine Lebensdauer von 500 Ladezyklen. Das ist auch notwendig, schließlich sind die Kosten beim Akku-Tausch enorm. Die Neuanschaffung kostet rund 500 Euro, das ist doch deutlich mehr, als man üblicherweise für Ersatzteile ausgibt. Was sich auf den ersten Blick gut anhört, ist jedoch nicht für jeden eine lange Lebensdauer. Bei einer durchschnittlichen Reichweite von 50 Kilometern je Ladung, kommt ein Akku auf eine Gesamtreichweite von 25.000 Kilometern. Das erreicht ein Gelegenheitsbiker zwar selten, aber wer täglich mit dem Rad zur Arbeit und zurück fährt, verbraucht den Akku innerhalb weniger Jahre. Wird dieser auch noch falsch behandelt, hält der elektrische Speicher deutlich kürzer. Dann muss er entsorgt werden.

Das Batteriegesetz gibt den Weg vor

Das Verfahren dazu ist in Deutschland klar geregelt. Das Batteriegesetz schreibt vor, dass der E-Bike-Besitzer seinen alten Akku korrekt entsorgen muss. Die Händler sind zur Rücknahme verpflichtet. Diese ist kostenfrei, die Hersteller und Importeure müssen für die Rücknahme sorgen. Von dort gelangen sie dann zu den Verwertungsunternehmen. Im Recyclingverfahren wird eine Effizienz von mindestens 50 Prozent erreicht. Doch was passiert mit dem Rest? Spezialunternehmen können sogar eine Recyclingquote von 70 bis 90 Prozent schaffen, das bleibt allerdings die Ausnahme. Die dabei gewonnen Metalle werden verkauft und neuerlich in der Produktion verwendet. Der Rest kann nicht wiederverwertet werden und landet auf einer Deponie oder in der Sonderabfallverbrennung. Dieser Kreislauf zeigt die Grenzen des Recyclings von E-Bike-Akkus auf. Das wirft ein neues Licht auf die Umweltfreundlichkeit von E-Bikes. Lässt man sein Auto stehen und nutzt stattdessen sein E-Bike, so verbraucht man viel weniger Energie. Die Frage der Wiederverwertbarkeit des Akkus bleibt allerdings eine offene Wunde.

Das Batteriegesetz gibt den Weg vor
Das Batteriegesetz gibt den Weg vor

Greift die Europäische Union ein?

Das Thema beschäftigt nicht nur Umweltschützer, sondern auch die politisch Verantwortlichen. Schließlich möchte man in Europa den Anteil der Elektroautos in den nächsten Jahren deutlich steigern. Dann wird das Problem einer möglichst vollständigen Verwertung der Stoffe noch drängender. Es kommen mehr Batterien auf den Markt und verschärfen die Situation. Die in den Akkus verbauten Metalle stellen schließlich den größten Wert dar. Eine Rückgewinnung wäre ein guter Beitrag für einen verstärkten Umweltschutz. Es ist daher gut möglich, dass die EU die Vorgaben für das Recycling von Batterien in Zukunft verschärfen wird. Da die Industrie erfahrungsgemäß etwas an Vorlaufzeit benötigt, um die entsprechenden Verfahren zu entwickeln, sollte hier rasch gehandelt werden.