Die Entwicklung der E-Bikes hat dem Fahrradfahren neuen Schwung gebracht. Das ist im wahrsten Sinn des Wortes passiert. Vorbei sind die mühevollen Aufstiege, die jede Menge Schweiß und Anstrengung gekostet haben. Heute ist ein Bike auch für jene Zielgruppen interessant geworden, die früher keinesfalls per pedes reisen wollten. Der Elektroantrieb hat vieles möglich gemacht und einen großen neuen Markt eröffnet. Der Boom läuft nun schon seit mehr als zehn Jahren, doch wie ist es ursprünglich dazu gekommen?

Pedal-Antrieb + Elektroantrieb in Deutschland

Wie so oft, war auch die Geschichte der E-Bikes geprägt von Innovation, Rückschlägen und Krisen. Wer jetzt denkt, dass es elektrische Fahrräder erst seit rund zehn Jahren gibt, der irrt. Als die Elektrifizierung Einzug hielt, machte sie auch vor Fahrrädern nicht Halt. Die ersten „E-Bikes“ gab es tatsächlich schon vor rund 120 Jahren. Das erste Patent dazu wurde bereits im Jahr 1895 von Ogden Bolton Jr. in den USA angemeldet. Dieses hatte allerdings noch keinen Pedal-Antrieb. Über diesen verfügte allerdings vier Jahre später das erste diesbezügliche Patent in Deutschland. Doch leider schaffte es die Innovation nicht bis zur Serienproduktion. Eine Tochter des deutschen Konzerns Siemens brachte Anfang der 1930er Jahren eine kleine Serie von Elektrofahrrädern auf den Markt, doch diese krankten an den großen Batterien. In den späten 1940er Jahren gab es Fahrräder, die von einem Verbrennungsmotor angetrieben waren, doch der kurze Boom ebbte schnell wieder ab.

Die Grundsteine werden gelegt

In den 1970er und den 1980er Jahren unternahmen zahlreiche Firmen den Versuch einen ihrer Prototypen serienreif zu gestalten, doch alle Modelle krankten an den gleichen Problemen. Sie verfügten über zu wenig Reichweite, die Batterien waren zu groß und die Leistungselektronik fehlte. Als schlechte Alternative zu Motorrädern verschwanden sie wieder in der Versenkung. Erst im Jahr 1982 legte das Patent zur Motorunterstützung der Tretleistung den ersten Grundstein für den Siegeszug, der mehr als 25 Jahre später beginnen sollte. 1990 realisierte eine Firma aus der Schweiz dieses Prinzip erstmals. Den nächsten großen Schritt setzte die Firma Yamaha mit ihrem Power-Assist-System (PAS), bei dem ein Sensor die Muskelkraft messen konnte und so die Motorunterstützung geregelt werden konnte.

Die Grundsteine werden gelegt
Die Grundsteine werden gelegt

Der endgültige Durchbruch

Im Jahr 2001 wurde erstmals der Prototyp eines E-Bikes als Pedelec bezeichnet, es handelte sich um das Sparta Ion. Das Modell verfügte bereits über einen Motor in der Hinterradnabe und einen integrierten Akku. Das Modell aus dem Jahr 2003 setzte auf eine Ni-Mh-Batterie. Als die leistungsfähigen Lithium-Akkus die Welt eroberten, war die Zeit reif. Die E-Bike Revolution rollte um die Welt und stellte die Innovation ins internationale Rampenlicht. Sie verhalf den E-Bikes zum Durchbruch. Ab diesem Zeitpunkt ging die Weiterentwicklung der elektrisch angetriebenen Fahrräder rasant bergauf. Die Technik wurde Zug um Zug verfeinert, das Design und der Komfort lockten immer neue Käuferschichten an. So hat sich in Deutschland die Zahl der verkauften E-Bikes in zehn Jahren verzehnfacht. E-Mobilität ist seit Jahren in aller Munde. Die Bemühungen rund um das Thema Umweltschutz werden die Entwicklung noch leistungsfähigerer Akkus weiter vorantreiben und die Reichweiten der E-Bikes weiter steigern. Für E-Bike-Fans bedeutet das rosige Zeiten.